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Das Fach „Altes Testament“ / der „Arbeitsbereich Alttestamentliche Literatur und Exegese“ befasst sich mit der wissenschaftlich verantworteten Erforschung und Auslegung sowie der Vermittlung des Alten Testaments, der heiligen Schrift Israels, Jesu und der Urkirche. Die Texte dieses ersten, ältesten und grundlegenden Teils der christlichen Bibel / des biblischen Kanons begegnen in der Gestalt der Hebräischen Bibel, die die heilige Schrift des Judentums ist, und als deren (erweiterte) griechische Fassung in der sogenannten Septuaginta (LXX). Nach christlicher Tradition können das Neue Testament und die Gottesbotschaft Jesu nicht ohne ihr grundlegendes Fundament, das Alte Testament, verstanden werden. Das Alte Testament erzählt bereits eine Geschichte Gottes mit den Menschen, die im Neuen Testament zu ihrem unüberbietbaren Abschluss kommt. Um diese zu verstehen, muss man „am Anfang“ (Gen 1,1) beginnen. 

Die Hebräische Bibel / das „Alte Testament“ der christlichen Bibel stellt aufgrund der für moderne LeserInnen oftmals mühsam zu erschließenden Zeit-, Sprach- und Bilddistanz besondere Anforderungen an unser heutiges Verstehen und Interpretieren. Die historischen Zeugnisse des Glaubens und Lebens Israels und der Kirche sind uns in nur literarisch überlieferten Sprachen (Hebräisch; Aramäisch; Griechisch) zugänglich. Sie spiegeln die Auseinandersetzung Israels mit seiner kulturellen und religiösen Umwelt im Vorderen Alten Orient wider. Die Texte haben häufig eine lange Geschichte sowohl der Entstehung als auch der Bearbeitung bzw. Fortschreibung durchlaufen, die auch immer wieder Neuinterpretation bedeutet. Sie verdichten den Aussagewillen und die Wirkintentionen biblischer Autoren und Texte für viele Generationen. Zugleich sind sie als biblische Texte exemplarisch transparent für neue Lebenssituationen.

Erste und grundlegende Aufgabe des Arbeitsbereichs „Alttestamentliche Literatur und Exegese“ ist es daher, in methodisch und hermeneutisch reflektierter Weise die Texte des Alten Testaments historisch, literaturwissenschaftlich und vor allem theologisch zu analysieren und auszulegen, die historisch gewordenen und literarisch vorliegenden Sinnebenen und Verstehensmöglichkeiten biblischer Texte darzustellen und sie so für eine theologische Daseinsdeutung und Handlungsorientierung in der Gegenwart zu öffnen. Dabei wird eine reizvolle Vielzahl von Aspekten – biblische Sprachen; Methodik und Hermeneutik der Textauslegung, Sozial- und Religionsgeschichte; Archäologie; Rezeptions- und Wirkungsgeschichte; literarische Ästhetik; Erzähltechnik u.a. – auch interdisziplinär berührt und bemüht. Auf diese Weise sollen heutige LeserInnen von den in den alttestamentlichen Texten gespiegelten Gottes- und Lebenserfahrungen profitieren, die eigenen Fragen darin entdecken und so auch die theologische Rede von Gott, Mensch und Welt reflektieren können.

Insofern die Hebräische Bibel und die zwei-eine christliche Bibel (AT und NT) Grundlagen und bleibende Kulturgüter der vorderorientalischen und westlichen Hemisphäre darstellen, ist ihre Erforschung auch über den Horizont der Theologie hinaus von Bedeutung. Die Grundlagenfunktion der Hebräischen Bibel / des Alten Testaments für die Werte der sogenannten westlichen Welt wird im gesellschaftlichen Diskurs und im interreligiösen Dialog in Gegenwart und Zukunft dauerhaft gültig bleiben.

In die biblischen Sprachen führt eine hauptamtliche Lektorin ein. Neben den Semesterkursen werden auch Ferienkurse angeboten.

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