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Elternschaft und Gemeinwohl

Es gibt immer weniger Kinder in Deutschland. Deshalb wird die Gesellschaft im Schnitt immer älter und die Zahl der hier lebenden Menschen schrumpft. Die demographische Situation wird in Deutschland seit einiger Zeit kontrovers wahrgenommen und diskutiert. Während die Meinungen über Ausmaß und Folgen des demographischen Wandels auseinander gehen, ist die Ursache dafür eindeutig auszumachen: Immer mehr Menschen in Deutschland bekommen zeitlebens keine Kinder. Während ungewollt Kinderlose dies meist zutiefst bedauern, betonen diejenigen, die bewusst auf Nachwuchs verzichten, dezidiert ihr „Recht auf Kinderlosigkeit“. Damit wenden sie sich gegen die von Demographen und Familienforschern propagierte These, die Entscheidung für bzw. gegen Kinder sei nicht als reine Privatsache zu betrachten, sondern vielmehr auch als Beitrag zum „Gemeinwohl“ zu werten.
 

Diese entgegen gesetzten Positionen angesichts der demographischen Faktenlage bilden den Ausgangspunkt des Dissertationsprojektes. Mit dem Ziel, eine eigene Antwort auf die in dieser aktuellen Debatte gestellten Fragen zu formulieren, soll zunächst geklärt werden, welche individuellen und gesellschaftlichen Implikationen mit dem Themenkomplex Elternschaft verbunden sind. Anschließend wird untersucht, was unter „Gemeinwohl“ – einem Begriff, der in der katholischen Soziallehre seit jeher als zentral gilt und der im politik- und sozialwissenschaftlichen Kontext derzeit neu in Mode zu kommen scheint, – heute verstanden werden kann. Abschließend gilt es, Gemeinwohl und Elternschaft zueinander in Beziehung zu setzen, also die Entscheidung für oder gegen Kinder und die aus dieser Entscheidung folgenden Konsequenzen auf ihre Gemeinwohlrelevanz hin zu untersuchen.
 

Projektbeteiligte:

Elisabeth Zschiedrich
Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer

Projektlaufzeit:2008–2018

 

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