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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2019

 

Vorlesung mit kolloquialen Elementen (M 19):
Glaube und Vernunft oder Glaube oder Vernunft? Zum Verhältnis zwischen dem christlichen (Offenbarungs-)Glauben und der natürlichen Vernunfterkenntnis des Menschen


Prof. DDr. Markus Enders

Do, 10 Uhr c. t. bis 12 Uhr

KG I, Raum 1036

Die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Wahrheitsanspruch des christlichen Offenbarungsglaubens und den Möglichkeiten und Grenzen der natürlichen Vernunfterkenntnis des Menschen ist im abendländisch-christlichen Kulturraum fast so alt wie der christliche Offenbarungsglaube selbst. Denn diese Frage wird bereits durch den Umstand gestellt, dass der christliche Offenbarungsglaube mit einem absoluten und universalen Geltungsanspruch auf objektive Wahrheit und Normativität insbesondere seiner zentralen Glaubensinhalte der Inkarnation, der Christologie und der Trinitätslehre auftritt, der für das autonome Erkenntnisvermögen der menschlichen Vernunft eine Herausforderung darstellt und von ihm daher in der abendländischen Geschichte des Christentums auch wiederholt einer rationalen Legitimitätsprüfung unterzogen worden ist. Die wichtigsten rationalen Gründe, die in der Geschichte dieser Verhältnisbestimmung für und gegen den Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens genannt worden sind, sollen in dieser Vorlesung vorgestellt und beurteilt werden.

 

 

Vorlesung mit kolloquialen Elementen (M 12):
Philosophische Ethik


Prof. Dr. Stephanie Bohlen

Do, 8 Uhr c. t. bis 10 Uhr

KG I, Raum 1015

Die Veranstaltung führt ein in die Philosophische Ethik. Die Pluralisierung der Wertorientierungen in der modernen Gesellschaft hat zur Folge, dass unterschiedliche „Moralen“ aufeinandertreffen und der Bedarf an einer ethischen Reflexion divergierender Vorstellungen davon, was gut und rechtens ist, dringlicher wird. Die Veranstaltung vermittelt ein Verständnis der Grundbegriffe der Moralphilosophie und Philosophischen Ethik, stellt die Grundformen moralischer und ethischer Argumentation vor und erläutert im Durchgang durch die Geschichte der Philosophischen Ethik unterschiedliche Konzepte der normativen Ethik. Ziel der Veranstaltung ist die Vermittlung der Fähigkeit, moralische Urteile in Bezug auf grundlegende Wertoptionen und Argumentationsmuster reflektieren zu können.

Die Veranstaltung ist als Vorlesung mit Übungsanteilen angelegt, um Studierenden die Möglichkeit zur eigenständigen moralischen Argumentation und ethischen Reflexion im Ausgang von aktuellen Fallbeispielen zu geben.

 

 

Vorlesung mit kolloquialen Elementen (M 6):
Philosophische Anthropologie


Prof. Dr. Richard Schenk

Fr, 10 Uhr c. t. bis 12 Uhr

KG I, Raum 1015

Die Vorlesung orientiert sich an den drei berühmten Fragen Immanuel Kants, die zusammengefasst auch die vierte stellen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Im Ausgang von der Philosophischen Anthropologie in ihrem näheren Sinn ab den späten 1920er Jahren werden diese Fragen auch als Fragen nach der Gesellschaftlichkeit und der Geschichtlichkeit des Menschen verstanden.

 

 

Kolloquium zur Vorlesung „Philosophische Anthropologie“ (M 6)


Karsten Koreck, Dipl.-Theol. Frank Schlesinger

Mo, 14 Uhr c. t. bis 16 Uhr

KG I, Raum 1243

Dieses Kolloquium ist eine begleitende Veranstaltung zur Vorlesung „Philosophische Anthropologie“ in Modul 6 und dient der Wiederholung und Vertiefung der Vorlesungsinhalte sowie der Klärung etwaiger Rückfragen. Zudem soll Raum geboten werden für die vorlesungsbegleitende Lektüre und Besprechung ausgewählter Texte zu bestimmten Themenbereichen der Philosophischen Anthropologie.

 

 

Seminar (M 15/M 19/M 23):
Zum Verhältnis zwischen Glaube und Vernunft im religionsphilosophischen Denken Bernhard Weltes (1906–1983)


Prof. DDr. Markus Enders

Do, 14 Uhr c. t. bis 16 Uhr

KG I, Raum 1236

In diesem Hauptseminar soll das Verhältnis zwischen philosophischem und religiösem, insbesondere christlichen Denken im Verständnis des Freiburger Religionsphilosophen Bernhard Welte (1906–1983) untersucht werden. Dabei soll mit Welte erstens gezeigt werden, dass und inwiefern das menschliche Dasein bereits in seinem natürlichen Selbstvollzug einen dieses Dasein begründenden Glauben besitzt, der einen implizit religiösen Charakter besitzt. Sodann soll der interpersonale, mitmenschliche Charakter dieses daseinsmäßigen Glaubens aufgewiesen und in einem weiteren Schritt dessen Verhältnis zu dem ausdrücklich religiösen, insbesondere christlichen Glauben an Gott und dessen Offenbarung zum Heil des Menschen bestimmt werden. In einem weiteren Schritt soll Weltes Deutung des Seinsverständnisses des menschlichen Daseins als eines Heilsverständnisses und dessen nähere Bestimmung (dessen Prinzip und dessen Modus) sowie dessen Verhältnis zur faktischen Heilsdifferenz des menschlichen Daseins in Schuld und Tod aufgezeigt werden. Schließlich soll der antizipatorische Charakter des menschlichen Heils-Verständnisses als eines Vor-Verständnisses und dessen leitende Bestimmung als Konvenienz, d. h. als Angemessenheit einer möglichen Heilsgabe zu der eigenen heilsdifferenten Faktizität des menschlichen Daseins, sichtbar gemacht werden. Diese Konvenienz erläutert Welte mit dem Gedanken der unbedingten Konkretion: Dass in einer einzigen, konkreten Person das Ganze von jedem menschlichen Dasein ersehnte Heil vollkommen gegenwärtig und zugänglich ist. Abschließend soll möglichst noch auf das Verständnis des Glaubens in Weltes später ,Religionsphilosophie' eingegangen werden.

 

 

Seminar (M 0):
Einführung in die Philosophische Gotteslehre mit einer Einführung in die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens


Karsten Koreck, Dipl.-Theol. Frank Schlesinger

Mi, 14 uhr c. t. bis 16 Uhr

KG I, Raum 1243

Die Philosophische Gotteslehre ist als philosophische Rede von Gott ein zentrales Themenfeld der Religionsphilosophie, da sie unerlässlich ist für eine auf reinen Vernunftgründen basierende und daher plausible Kommunikation des Gottesglaubens sowohl in einem säkularen Umfeld als auch innerhalb der Theologie und im interreligiösen Dialog.

Dieses Seminar will eine Einführung in die Philosophische Gotteslehre anhand ausgewählter Themenbereiche geben (der Gottesbegriff in seinen unterschiedlichen Ausgestaltungen am Beispiel ausgewählter philosophischer Positionen, die Gottesprädikate ausgehend von der natürlichen Vernunft, sogenannte Gottesbeweise und deren Kritik, die Theodizeefrage) und damit eine Grundlage in begrifflicher und historischer Hinsicht für das weitere Theologiestudium schaffen. Zugleich soll das Seminar in die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens einführen (Erstellen von Referaten, Seminarkultur, Literaturrecherche, Erstellen einer Hausarbeit, Zitieren und Bibliographieren).

 

 

Blockseminar/Interdisziplinäres Hauptseminar (M 15/M 23):
Die Philosophie der Upanishaden


Prof. DDr. Markus Enders, PD Dr. J. Uscatescu Barrón, Dr. Adrián Navigante

Vorbesprechung:
Fr, 25.04.2019, 13 Uhr c. t. bis 14 Uhr, KG I, Raum 1360

Blockseminar:
Fr, 12.07.2019, 15 Uhr s. t. bis 19 Uhr, KG I, Raum 1234
Sa, 13.07.2019, 10 Uhr s. t. bis 18 Uhr, KG I, Raum 1234

Die zwischen ca. 700 und 500 v. Chr. verfassten Upanishaden (wörtl.: ,geheime, belehrende Sitzung') sind die Sammlung der ältesten philosophischen Schriften im Hinduismus, die den Abschluss des sog. Veda bilden, d. h. der ältesten religiösen Texte im Hinduismus, deren Kern aus geoffenbart und deshalb autoritativ geltenden Hymnen besteht, die zum religiösen Opferritual rezitiert wurden. Die Upanishaden haben sich textgeschichtlich aus den Brahmanas (Ritualtexten) entwickelt und sind teilweise auch Bestandteil von ihnen. Inhaltlich kreisen sie hauptsächlich um die folgenden metaphysischen und religiösen Themen, die daher auch im Zentrum dieses Seminars stehen sollen: das Geheimnis der wahren, absoluten Wirklichkeit bzw. des Brahman und dessen Eigenschaften (Einheit, Nicht-Übergänglichkeit, Anfang- und Endlosigkeit, Raum- und Zeitfreiheit, vollkommenes Sein und Bewusstsein, reines Glück); das Geheimnis der universellen (nicht-individuellen) Weltseele bzw. des Atman und seiner Eigenschaften (Nicht-Übergänglichkeit, Nicht-Enstandensein, Unbewegtsein etc.) sowie seiner Identität mit dem Brahman; die für das Verständnis des Atman grundlegende Wind-Atem-Lehre; das Geheimnis der Silbe OM bzw. die magische Kraft der beim rituellen Gesang gesprochenen Silbe; die Lehre von der Wiedergeburt (Samsara) durch die Ansammlung von Karma (Folge bzw. Rückwirkung von Willensakten für bzw. auf das Willenssubjekt); die Erlösung des Menschen vom Rad der Wiedergeburt und sein Gewinn der Unsterblichkeit durch seine Erkenntnis der Identität des Atman mit dem Brahman; die Feuer-Lehre (insb. die Fünf-Feuer-Lehre).

Diese Inhalte sollen sowohl durch eine gemeinsame Interpretation einiger wichtiger Texte, die der thematisch geordneten Reclam-Ausgabe der Upanishaden von Paul Thieme entnommen sind, als auch in Form von Referaten über weitere wichtige Texte erschlossen werden. Da alle Texte in (insb. deutschsprachiger) Übersetzung gelesen werden, sind keine besonderen Sprachkenntnisse für die Teilnahme am Seminar erforderlich.

 

 

Blockseminar/Interdisziplinäres Hauptseminar (M 15/M 23/EPG 2):
Zur Ethik individuellen und gemeinschaftlichen Handelns und ihrer phänomenologischen und ontologischen Begründung


Prof. DDr. Markus Enders, Univ.-Doz. Dr. Rolf Kühn

Vorbesprechung und Referatsvergabe:
Do, 09.05.2019, 13 Uhr c. t. bis 14 Uhr, KG I, Raum 1234

Blockseminar:
Fr, 05.07.2019, 15 Uhr s. t. bis 19 Uhr, KG I, Raum 1234
Sa, 06.07.2019, 10 Uhr s. t. bis 18 Uhr, KG I, Raum 1234

Unser Handeln unterliegt einer ethischen Dialektik, in der subjektive Potenzialität, individuelle Freiheit und lebensweltliche Symbolik als Raum gemeinschaftlicher Ziele miteinander in Beziehung treten müssen. Daher sollen einerseits die phänomenologische Genealogie des Handelns ausgehend von Trieb und Affekt als Bedürfen und Begehren untersucht sowie andererseits die symbolischen Diskurse berücksichtigt werden, in die sich der „freie Akt“ des Einzelnen unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Anerkennung einzuschreiben hat. Die ontologische Frage hierbei ergibt sich aus der Problematik, ob Gemeinschaft und Gesellschaft eigenständige trans-individuelle Phänomene höherer Ordnung darstellen (etwa im Staat), oder die Inter-Subjektivität nur aus vorgegebenen Leistungen der phänomenologischen Subjektivität besteht. In dieser Hinsicht sollen Autoren wie Husserl (Triebgemeinschaft), Heidegger (Mit-Sein), Edith Stein (Staat), Dietrich von Hildebrand (christliche Gemeinschaft, Staat) Henry (ursprüngliches Kopathos), Levinas (absolute Alterität), Derrida (Mystik der Autorität), Ricœur (Gerechtigkeit der Institutionen), Nancy (undarstellbare Gesellschaft) und Beck (Prinzipialität von Liebe) zu Wort kommen. Innerhalb einer situativ ethischen Dialektik (Sartre) sind sodann besondere Beziehungsformen zu berücksichtigen, wie sie etwa mit Gastfreundschaft (Levinas, Derrida), Liebe, Erotik und Partnerschaft (von Hildebrand, Marion, Beck) sowie Arbeitsteilung (Marx, Althusser) und Übertragung (Freud, Lacan) gegeben sind. Auch soll die Frage erörtert werden, ob die christliche Konzeption eines „mystischen Leibes“ (Henry) eine phänomenologisch-ontologische Konzeption enthält, welche ein bloß soziologistisches und diskursives Rollenverständnis innerhalb moderner Gemeinschaftsformen befruchten könnte.

 

 

Forschungskolloquium/Fachbezogenes Magistranten- und Doktorandenkolloquium


Prof. DDr. Markus Enders

Vorbesprechung:
Do, 25.04.2019, 17 Uhr c. t. bis 18 Uhr, KG I, Raum 1360

Kolloquium:
Fr, 24.05.2019, 15 Uhr s. t. bis 19 Uhr, KG I, Raum 1360
Sa, 25.05.2019, 10 Uhr s. t. bis 18 Uhr, KG I, Raum 1360

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