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Seminare

Seminar (Modul 15/19/23):
Zum Verhältnis zwischen Glaube und Vernunft im religionsphilosophischen Denken Bernhard Weltes

Digitale Lehrveranstaltung (Videokonferenzen in ILIAS über BigBlueButton), ggf. zusätzliche Präsenzsitzungen

Dozent: Prof. Dr. Dr. Markus Enders

Termine: Do., 14–16 Uhr c. t., ggf. Raum 1228

Aufgrund der aktuellen Maßnahmen zur Pandemieeindämmung wird dieses Seminar als digitale Lehrveranstaltung durchgeführt; ggf. gibt es zusätzliche Präsenzsitzungen. Die Seminarsitzungen werden als Videokonferenzen in ILIAS über BigBlueButton abgehalten. Zu Beginn der ersten Semesterwoche werden die Teilnehmenden per E-Mail über das Zugangspasswort zum ILIAS-Kurs informiert.
Alternativ zu diesem Seminar können Theologiestudierende in Modul 19 auch das Blockseminar/Interdisziplinäre Seminar (Modul 15/19/23) "Vernunft, Glaube und Erfahrung – Quellen und Wege der menschlichen Gotteserkenntnis nach Edith Stein" belegen.

Kommentar

In diesem Hauptseminar soll das Verhältnis zwischen philosophischem und religiösem, insbesondere christlichen Denken im Verständnis des Freiburger Religionsphilosophen Bernhard Welte (1906–1983) untersucht werden. Dabei soll mit Welte erstens gezeigt werden, dass und inwiefern das menschliche Dasein bereits in seinem natürlichen Selbstvollzug einen dieses Dasein begründenden Glauben besitzt, der einen implizit religiösen Charakter besitzt. Sodann soll der interpersonale, mitmenschliche Charakter dieses daseinsmäßigen Glaubens aufgewiesen und in einem weiteren Schritt dessen Verhältnis zu dem ausdrücklich religiösen, insbesondere christlichen Glauben an Gott und dessen Offenbarung zum Heil des Menschen bestimmt werden. In einem weiteren Schritt soll Weltes Deutung des Seinsverständnisses des menschlichen Daseins als eines Heilsverständnisses und dessen nähere Bestimmung (dessen Prinzip und dessen Modus) sowie dessen Verhältnis zur faktischen Heilsdifferenz des menschlichen Daseins in Schuld und Tod aufgezeigt werden. Schließlich soll der antizipatorische Charakter des menschlichen Heilsverständnisses als eines Vor-Verständnisses und dessen leitende Bestimmung als Konvenienz, d. h. als Angemessenheit einer möglichen Heilsgabe zu der eigenen heilsdifferenten Faktizität des menschlichen Daseins, sichtbar gemacht werden. Diese Konvenienz erläutert Welte mit dem Gedanken der unbedingten Konkretion: dass in einer einzigen, konkreten Person das Ganze von jedem menschlichen Dasein ersehnte Heil vollkommen gegenwärtig und zugänglich ist. Abschließend soll möglichst noch auf das Verständnis des Glaubens in Weltes später Religionsphilosophie eingegangen werden.

Literatur

Primärliteratur:

  • B. Welte, Was ist Glauben? Gedanken zur Religionsphilosophie (1982), in: B. Welte, Gesammelte Schriften IV/2: Wege in die Geheimnisse des Glaubens, eingeführt und bearbeitet von Peter Hünermann, Freiburg i. Br. 2007, S. 13–76.
  • B. Welte, Heilsverständnis. Philosophische Untersuchungen einiger Voraussetzungen zum Verständnis des Christentums (1966), in: B. Welte, Gesammelte Schriften IV/1: Hermeneutik des Christlichen, eingeführt und bearbeitet von Bernhard Casper, Freiburg i. Br. 2006, S. 19–193.
  • B. Welte, Gesammelte Schriften III/1: Religionsphilosophie, eingeführt und bearbeitet von Klaus Kienzler, Freiburg i. Br. 2008, S. 158–170 („Der Glaube“).

Sekundärliteratur:

  • K. Hemmerle (Hg.), Fragend und lehrend den Glauben weit machen. Zum Werk Bernhard Weltes anläßlich seines 80. Geburtstages (Schriftenreihe der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg), München 1987.
  • W. Schneider, Art. „Bernhard Welte“, in: E. Coreth u. a. (Hg.), Christliche Philosophie im katholischen Denken des 19. und 20. Jahrhunderts, Bd. 3: Moderne Strömungen im 20. Jahrhundert, Graz/Wien/Köln 1990, S. 305–316.
  • D. Nebel, Glauben als Ereignis der Freiheit. Die Bedeutung der Kierkegaard-Vorlesungen Bernhard Weltes für eine fundamentale Theologie (Theos, Bd. 106), Hamburg 2012.

 

Blockseminar/Interdisziplinäres Seminar (Modul 15/19/23):
Vernunft, Glaube und Erfahrung – Quellen und Wege der menschlichen Gotteserkenntnis nach Edith Stein

Die Plätze für dieses Seminar sind leider bereits alle belegt. Studierende des Magisterstudiengangs Katholische Theologie, die ein Seminar in Religionsphilosophie im Modul 19 belegen müssen, melden sich bitte für das Seminar (Modul 15/19/23) "Zum Verhältnis zwischen Glaube und Vernunft im religionsphilosophischen Denken Bernhard Weltes" (donnerstags, 14 bis 16 Uhr) an. Dieses Seminar kann auch als Theologisches Hauptseminar im Modul 15/23 belegt werden.

Digitale Lehrveranstaltung (Videokonferenzen der Blocksitzungen über Zoom), ggf. zusätzliche Präsenzsitzungen

Dozenten:

  • Prof. Dr. Dr. Markus Enders
  • Profesora Adjunta Lic. Cecilia Giudice (Pontificia Universidad Católica Argentina)

Termine:

  • Vorbesprechung, Do., 29.4.2021, 18–19 Uhr c. t., Videokonferenzen in ILIAS über BigBlueButton
  • 1. Blocktermin, Fr., 2.7.2021, 14–20 Uhr s. t., ggf. Raum 1015
  • 2. Blocktermin, Sa., 3.7.2021, 10–19.30 Uhr s. t., ggf. Raum 1015

Aufgrund der aktuellen Maßnahmen zur Pandemieeindämmung wird dieses Seminar als digitale Lehrveranstaltung durchgeführt; ggf. gibt es zusätzliche Präsenzsitzungen. Die Seminarsitzungen werden als Videokonferenzen über Zoom abgehalten. Zu Beginn der ersten Semesterwoche werden die Teilnehmenden per E-Mail über das Zugangspasswort zum ILIAS-Kurs informiert.
Alternativ zu diesem Seminar können Theologiestudierende in Modul 19 auch das Seminar (Modul 15/19/23) "Zum Verhältnis zwischen Glaube und Vernunft im religionsphilosophischen Denken Bernhard Weltes" belegen.

Kommentar

In diesem interdisziplinären Seminar sollen vor allem und hauptsächlich die drei basalen Quellen und Wege der menschlichen Gotteserkenntnis im Denken der Phänomenologin, christlichen Philosophin, Karmelitin und katholischen Heiligen Edith Stein (1891–1942) rekonstruiert und im Einzelnen erläutert werden: die natürliche Vernunfterkenntnis des Menschen, die übernatürliche Glaubenserkenntnis des Menschen und die ebenfalls übernatürliche, unmittelbare Gotteserfahrung des Menschen. In einem zweiten Schritt soll die Verhältnisbestimmung zwischen der natürlichen Vernunfterkenntnis und der übernatürlichen Glaubenserkenntnis und damit zwischen Philosophie und dem religiösen Offenbarungsglauben des Menschen im Verständnis Edith Steins und damit Ihr Konzept einer christlichen bzw. genauer katholischen Philosophie nachgezeichnet und kritisch gefragt werden, ob eine in diesem Sinne „religiöse Philosophie“ sachlich möglich oder in sich widersprüchlich und damit unmöglich ist.

Literatur

Als Primärliteratur für dieses interdisziplinäre Seminar dienen die folgenden Texte aus der Edith Stein Gesamtausgabe (ESGA); diese Texte sollen teilweise im Plenum gemeinsam erarbeitet, teilweise in Form von Referaten vorgestellt und dann im Plenum besprochen werden:

  • E. Stein, Wege der Gotteserkenntnis. Studie zu Dionysius Areopagita und Übersetzung seiner Werke, in: ESGA, Bd. 17, S. 22–58.
  • E. Stein, "Was ist Philosophie? Ein Gespräch zwischen Edmund Husserl und Thomas von Aquino" (1928), in: ESGA, Bd. 9: "Freiheit und Gnade" und weitere Beiträge zu Phänomenologie und Ontologie (1917 bis 1937), S. 91–118.
  • E. Stein, "Husserls Phänomenologie und die Philosophie des hl. Thomas v. Aquino. Versuch einer Gegenüberstellung" (1929), in: ESGA, Bd. 9: "Freiheit und Gnade" und weitere Beiträge zu Phänomenologie und Ontologie (1917 bis 1937), S. 119–142.
  • E. Stein, "Freiheit und Gnade" (1921), in: ESGA, Bd. 9: "Freiheit und Gnade" und weitere Beiträge zu Phänomenologie und Ontologie (1917 bis 1937), S. 8–72, hier S. 60–72 (V. Der Glaube).
  • E. Stein, Was ist der Mensch? Theologische Anthropologie (1933), in: ESGA, Bd. 15, S. 31–63 (II.D.2. Der Gnadenstand der ersten Menschen und sein Verhaltnis zum Glorienstand, II.E. Der Anteil der Freiheit an Glauben und Schauen).
  • E. Stein, Potenz und Akt. Studien zu einer Philosophie des Seins, in: ESGA, Bd. 10, S.  83–152 (V. Versuch einer Bestimmung des Geistigen), insb. S. 89–94 (§ 5. Geschaffene reine Geister).
  • E. Stein, Einführung in die Philosophie, in: ESGA, Bd. 8, S. 6–22 (A. Aufgabe der Philosophie, B. Methode).
  • E. Stein, Endliches und ewiges Sein, in: ESGA, Bd. 11/12, S. 20–36 (§ 4. Sinn und Möglichkeit einer „christlichen Philosophie“).

Empfohlene Sekundärliteratur zur Einführung in das Seminarthema:

  • B. Beckmann, Phänomenologle des religiösen Erlebnisses. Religionsphilosophische Überlegungen im Anschluß an Adolf Reinach und Edith Stein (Orbis phaenomenologicus. Studien 1), Würzburg 2003.
  • M. Enders, „Edith Steins ‚Wege menschlicher Gotteserkenntnis‘. Die drei Grundformen menschlicher Gotteserkenntnis in Steins Dionysius-Rezeption“, in: J. Machnacz/M. Małek Orłowska/K. Serafin (Hg.), The Hat and the Veil. The Phenomenology of Edith Stein. Hut und Schleier. Die Phänomenologie Edith Steins (Ad Fontes, Bd. 3), Nordhausen 2016, S. 171–186.

 

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