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Vorlesungen

Vorlesung (M 5):
Einführung in die Religionsphilosophie

Präsenz-Lehrveranstaltung

Dozent: Prof. Dr. Dr. Markus Enders

Termine: Do., 10–12 Uhr c. t., HS 1228

Tutorat: Mo., 15–16 Uhr c. t. (ab 24.10.2022), Raum 1336–38 (Ansprechperson: Annabell Kühnel)

Studierende der Bachelor- und Magisterstudiengänge Katholische Theologie müssen zur erfolgreichen Absolvierung von Modul 5 zusätzlich zur Vorlesung (M 5) »Einführung in die Religionsphilosophie« die beiden Vorlesungen (M 5) »Einführung in die Philosophie I/II« belegen.
Studierende des Polyvalenten Zwei-Hautfächer-Bachelorstudiengangs Katholische Theologie müssen zur erfolgreichen Absolvierung von Modul 5 zusätzlich zur Vorlesung (M 5) »Einführung in die Religionsphilosophie« eine der beiden Vorlesungen (M 5) »Einführung in die Philosophie I/II« belegen. Studierende des Polyvalenten Zwei-Hautfächer-Bachelorstudiengangs Katholische Theologie (PO 2021) können zudem auch das Seminar (M 5) »Einführung in die Philosophie II« belegen, falls dieses angeboten wird; im Rahmen dieses Seminars ist dann zusätzlich eine Studienleistung (Referat von ca. 12 Minuten) zu erbringen.

Kommentar:

Nach einer allgemeinen Einführung in das grundlegende Selbstverständnis und die wichtigsten Methoden der Philosophie und der Religionsphilosophie als einer akademischen Disziplin soll zunächst ein kurzer Überblick über die Begriffsgeschichte von »religio« bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gegeben werden.
Daran schließt sich eine systematische Erörterung der Schwierigkeiten und Notwendigkeit einer zumindest für alle (Welt-)Religionen verallgemeinerungsfähigen Definition von Religion sowie ein kurzer Überblick über die wichtigsten Definitionsparadigmen von Religion in der Religionswissenschaft und in der -philosophie vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart an, der mit einem eigenen Definitionsvorschlag abgeschlossen wird.
Anschließend sollen wichtige Positionen religionsphilosophischen Denkens im 18. und 19. Jahrhundert vor-gestellt werden: die reine Vernunftreligion Kants, das romantische Religionsverständnis Schleiermachers (mit einem Exkurs zu dessen Wirkungsgeschichte bei Rudolph Otto) und Schlegels, dann das idealistische Religionsverständnis Fichtes und Hegels (einschließlich seines Religionsbegriffs und seines Entwurfs einer absoluten Religion aus seinen späten Vorlesungen über die Philosophie der Religion von 1821 bis 1831). Des Weiteren sollen die maßgeblichen Vertreter der Religionskritik des 19. Jahrhunderts vorgestellt und kritisch beurteilt werden, und zwar die religionskritischen Positionen von Feuerbach, Marx und Nietzsche. Im letzten Teil dieser Vorlesung soll möglichst noch ein kursorischer Überblick über einige Strömungen der Religionsphilosophie des 20. Jahrhunderts vermittelt werden.

Literatur:

Zur Einführung in die Philosophie:
  • W. Weischedel, Der Gott der Philosophen. Grundlegung einer Philosophischen Theologie im Zeitalter des Nihilismus, Bd. 1: Wesen, Aufstieg und Verfall der Philosophischen Theologie, München 1975, insb. § 5: Philosophieren als radikales Fragen, 4. Das radikale Fragen als Wurzel der Metaphysik.
  • J. Halfwassen, »Metaphysik als Denken des Ganzen und des Einen im antiken Platonismus und im deut-schen Idealismus«, in: H. Gebhardt/H. Kiesel (Hg.), Weltbilder, Heidelberg 2004, S. 263–283.
  • L. Honnefelder/G. Krieger (Hg.): Philosophische Propädeutik, Bd. 1: Sprache und Erkenntnis, Pader-born/München/Wien/Zürich 1994, S. 13–52.
  • Die Deutschen Bischöfe (Hg.): Das Studium der Philosophie im Theologiestudium, Bonn 1983.
  • R. Schaeffler, Art. »Philosophie«, in: Sacramentum mundi 3, Freiburg i. Br. 1969, Sp. 1164–119.
Zur Einführung in die Religionsphilosophie:
  • R. Schaeffler, Religionsphilosophie, Freiburg 2002.
  • F. Ricken, Religionsphilosophie, Stuttgart 2003.
  • W. Oelmüller/R. Dölle-Oelmüller, Grundkurs Religionsphilosophie, München 1997.
Zum Religionsbegriff und seiner Geschichte:
  • E. Feil, Religio, Bd. 1–4 (Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte 36/70/79/91), Göttingen 1986–2012.
  • E. Feil, Art. »Religion«, in: HWPh 8, Basel 1992, Sp. 632–727.
  • M. Enders: »Endlichkeit und Einheit. Zum Verständnis von Religion im Anschluss an Hermann Schrödters Begriff von Religion«, in: T. Müller/T. Schmidt (Hg.), Was ist Religion? Beiträge zur aktuellen Debatte um den Religionsbegriff, Paderborn/München/Wien/Zürich 2013, S. 125–155.
Zur Religionsphilosophie Kants:
  • W. Weischedel, Der Gott der Philosophen. Grundlegung einer Philosophischen Theologie im Zeitalter des Nihilismus, Bd. 1: Wesen, Aufstieg und Verfall der Philosophischen Theologie, München 1975, S. 191–213 (1. Teil, 5. Kapitel).
  • R. Wimmer, Kants kritische Religionsphilosophie (Kantstudien, Ergänzungshefte 124), Berlin 1990.

 

Vorlesung (M 5):
Einführung in die Philosophie I/II

Die beiden folgenden Veranstaltungen des Philosophischen Seminars im Wintersemester 2022/2023 können als Vorlesung (M 5) »Einführung in die Philosophie I/II« belegt werden:

  • Vorlesung: Heidegger und die Klassische deutsche Philosophie (Fichte, Schelling, Hegel)
    Dozent: Prof. Dr. Philipp Schwab
    Termine: Di., 18–20 Uhr c. t., HS 3044
    Tutorat: Do., 18–20 Uhr c. t. (ab 20.10.2022), HS 3117 (Ansprechperson: Hendrik Heß)

  • Vorlesung: Ausgewählte Probleme der aristotelischen Ethik
    Dozent: PD Dr. Jorge Uscatescu Barrón
    Termine: Mo., 18–20 Uhr c. t., HS 3043
    Tutorat: Mo., 14–15 Uhr c. t. (ab 24.10.2022), Raum 1336–38 (Ansprechperson: Jannik Moog)

Ebenso können die folgenden Veranstaltungen aus den vergangenen Semestern als Vorlesung (M 5) »Einführung in die Philosophie I/II« angerechnet werden:

  • Vorlesung: Was ist Existenzphilosophie? (Jaspers, Arendt, Camus, Sartre, Heidegger) (SS 2022)
    Dozent: Prof. Dr. Philipp Schwab

  • Vorlesung: Geschichte des Mittelplatonismus (SS 2022)
    Dozent: PD Dr. Jorge Uscatescu Barrón

  • Vorlesung: Wissen und Glauben. Zum Verhältnis von Philosophie und Religion bei Hume, Kant und Hegel (SS 2022)
    Dozent: Prof. Dr. Karl-Heinz Ruhstorfer

  • Vorlesung: Die Ethik der Stoiker (WS 2021/22)
    Dozent: PD Dr. Jorge Uscatescu Barrón

  • Vorlesung: Grundlagen der system(@)tischen Philosophie (WS 2021/22)
    Dozent: apl. Prof. Dr. Fausto Fraisopi

  • Vorlesung: Die komplexe Welt (SS 2021)

    Dozent: PD Dr. Fausto Fraisopi

  • Vorlesung: Vollzug und Möglichkeit: eine Frage der Metaphysik (SS 2021)
    Dozent: PD Dr. Jorge Uscatescu Barrón

 

Vorlesung (M 14):
Philosophie der Religionen

Präsenz-Lehrveranstaltung

Dozent: Prof. Dr. Richard Schenk OP

Termine: Fr., 10–12 Uhr c. t., HS 1224

Kommentar:

Gehört das Überdenken überkommener Fragestellungen mit ihren Kategorien, Quellen und Erwartungen zu den grundlegenden Aufgaben des philosophischen und theologischen Denkens, so ist diese einleitende Arbeit am Vorverständnis der Fragen selten so wenig routiniert wie beim Thema der Interrelationalität der Religionen. Jene Traktaten- und Schulenbildung, die bei anderen Themen zur Genese, Gestaltung und Gliederung heutiger Systematik meistens beitrug, fehlte hier weitgehend. Die daraus resultierende Unschärfe zeitgemäßer Pragmatik erschwert umgekehrt die historische Rückfrage. Das Gemeinsame und das Trennende anderer Religionen im Vergleich mit jüdischer und christlicher Existenz wurden lange Zeit eher beiläufig thematisiert – weit gestreut über heterogene Vorstellungen, Fragestellungen und literarische Gattungen und daher nur ansatzweise begriffen.

Literatur:

  • E. Troeltsch, Die Absolutheit des Christentums und die Religionsgeschichte, Tübingen 1902.
  • G. Hoffmann, Die Lehre von der Fides implicita, 3 Bde., Leipzig 1903–1909.
  • R. Schaeffler, Philosophische Einübung in die Theologie, 3 Bde. (Scientia & religio 1/1–3), Freiburg i. Br./München 2004.
  • R. Brague, Europa – seine Kultur, seine Barbarei. Exzentrische Identität und römische Sekundarität, Wiesbaden 2012.
  • J. Hick/P. F. Knitter (Hg.), The myth of Christian uniqueness, Maryknoll 1987.
  • R. Schenk, »In universum mundum. Das Zeugnis des Evangeliums im Zeitalter pluralistischer Religionstheorien«, in: W. Schreer/G. Steins (Hg.), Auf neue Art Kirche sein. Wirklichkeiten – Herausforderungen – Wandlungen, München 1999, 507–523.
  • R. Schenk, »The Limits of Univocity in Interreligious Relationality«, in: B. M. Mezei/M. Z. Vale (Hg.), Philosophies of Christianity. At the Crossroads of Contemporary Problems, Cham 2019, 67–95.
  • G. D’Costa, Vatican II: Catholic Doctrines on Jews and Muslims, Oxford 2014.
  • G. Gäde, Theologie der Religionen. Gesammelte Schriften, Berlin 2021.
  • R. Schenk, »›Fœdera pluries‹ und ›Gnade gefunden … vom Anbeginn der Welt‹. Vorabrahamitische Religionen aus der Sicht der Dominikanertheologie vor 1280«, in: M. Enders/B. Goebel (Hg.), Die Philosophie der monotheistischen Weltreligionen im frühen und hohen Mittelalter (Fuldaer Studien 24), Freiburg i. Br. 2019, 369–380.
  • M. Seckler, »Wohin driftet man in der Theologie der Religionen? Kritische Beobachtungen zu einer Dokumentation«, in: Theologische Quartalschrift 172 (1992), 126–130.

 

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