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Vorlesungen

Vorlesung mit kolloquialen Elementen (M 14):
Philosophie der Religionen

Prof. Dr. Richard Schenk

Fr., 10 Uhr c. t. bis 12 Uhr, digitale Lehrveranstaltung

Beschreibung

Gehört die Überprüfung der überkommenen Fragestellung samt ihrer Kategorien, Quellen und Erwartungen zu den grundlegenden Aufgaben allen philosophischen und theologischen Denkens, so ist diese Arbeit selten so wenig routiniert als beim Thema der Interrelationalität der Religionen. Die Traktaten- und Schulenbildung, die bei anderen Themen zur Genese und Gliederung heutiger Systematik beitrug, fehlte hier weitgehend. Diese Lehrveranstaltung sucht im Zusammenhang des Moduls 14 philosophische Überlegungen aus Geschichte und Gegenwart, die zu einer besser gelingenden Theologie interreligiöser Beziehungen beitragen könnten. Hilfreich sind dabei die in der jüngeren Pluralismusdiskussion identifizierten Kategorien Exklusivismus, Inklusivismus, Pluralismus und Apophasis.

Literatur

  • E. Troeltsch, Die Absolutheit des Christentums und die Religionsgeschichte (1902).
  • G. Hoffmann, Die Lehre von der Fides implicita (1903/1909).
  • R. Schaeffler, Philosophische Einübung in die Theologie (2004).
  • R. Brague, Europa – seine Kultur, seine Barbarei. Exzentrische Identität und römische Sekundarität (2012).
  • J. Hick/P. F. Knitter (Hrsg.), The Myth of Christian Uniqueness (1987).
  • R. Schenk, In universum mundum. Das Zeugnis des Evangeliums im Zeitalter pluralistischer Religionstheorien, in: W. Schreer/G. Steins (Hrsg.), Auf neue Art Kirche sein (1999), 507–523.

Literatur zur Geschichte

  • Jeremy Cohen, Living Letters if the Law: Ideas of the Jew in Medieval Christianity (Berkeley, UC Press 1999).
  • Petrus Abaelardus, Dialogus inter Philosophum, Iudaeum et Christianum.
  • R. Schenk, Robert Grosseteste und die Hypothese einer königlichen Konversionspolitik. Überlegungen zur Frage nach dem praktischen Kontext mittelalterlicher Religionstheorien, in: F. Niewöhner and F. Rädle (Hrsg.), Konversion im Mittelalter und in der Frühneuzeit, Hildesheim, Olms (1999), 25–42.
  • Robert Kilwardby, Quaestiones in librum quartum Sententiarum (ed. R. Schenk, München, Bayerische Akademie der Wissenschaften 1993).
  • R. Schenk, Christ, Christianity, and Non-Christian Religions. Their Relationship in the Thought of Robert Kilwardby, in: K. Emery, Jr. and J. Wawrykow (Hrsg.), Christ among the Medieval Dominicans: Representations of Christ in the Texts and Images of the Order of Preachers (University of Notre Dame 1988), 344–363.
  • R. Schenk, Die Deutung vorchristlicher Riten im Frühwerk des Albertus Magnus (Lectio Alberti 15) Münster, Aschendorff 2014.
  • Thomas von Aquin, Religion, Opfer, Gebet, Gelübde (Sth II-II 80-100, A. F. Utz); Ramon Lull, Das Buch vom Heiden und den drei Weisen, hrsg. Theodor Pindl. Reclam, Stuttgart.
  • Nikolaus von Kues, Vom Frieden zwischen den Religionen.
  • Ludwig Hagemanns, Der Kur'an in Verständnis und Kritik bei Nikolaus von Kues. Ein Beitrag zur Erhellung islamisch-christlicher Geschichte (Frankfurter Theologische Studien 21) Frankfurt, J. Knecht 1976).
  • R. Schenk, "Selbstsein und Alterität. Die religionstheologische Verortung cusanischer Spiritualität", in: Erwin Möde (ed.), Spiritualität: Neue Ansätze im Licht der Philosophie und Theologie des Nikolaus von Kues (Regensburg, Pustet 2017), 57–65.
  • G.E. Lessing, Nathan der Weise.

 

Vorlesung (M 5):
Einführung in die Religionsphilosophie

Prof. Dr. Karl-Heinz Ruhstorfer

Mi., 14 Uhr c. t. bis 16 Uhr, digitale Lehrveranstaltung

Beschreibung

Die Vorlesung bietet eine Einführung in die Philosophie und die Philosophie der Religion der klassischen Neuzeit von Leibniz zu Hegel. Dabei werden auch die religionsrelevanten Philosophien von Hume, Kant, Fichte, Schelling und anderen vorgestellt.

Die Veranstaltung findet online in Zoom statt. Vor jeder Sitzung wird ein Vorlesungsmanuskript bereitgestellt, das dann während des Vorlesungstermins besprochen und diskutiert wird.

(Nach einer allgemeinen Einführung in das grundlegende Selbstverständnis und die wichtigsten Methoden der Philosophie und der Religionsphilosophie als einer akademischen Disziplin soll zunächst ein kurzer Überblick über die Begriffsgeschichte von „religio“ bis zum Ende des 18. Jhs. gegeben werden. Daran schließt sich eine systematische Erörterung der Schwierigkeiten und Notwendigkeit einer zumindest für alle theistischen Religionen verallgemeinerungsfähigen Definition von „Religion“ sowie ein kurzer Überblick über die wichtigsten Definitionsparadigmen von „Religion“ in der Religionswissenschaft und -philosophie vom 19. Jh. bis zur Gegenwart an, der mit einem eigenen Definitionsvorschlag abgeschlossen wird. Anschließend sollen wichtige Positionen religionsphilosophischen Denkens im 19. Jh. vorgestellt werden: Die reine Vernunft-Religion Immanuel Kants, das romantische Religions-Verständnis Friedrich Schleiermachers (mit einem Exkurs zu dessen Wirkungsgeschichte bei Rudolph Otto) und Friedrich Schlegels, dann das idealistische Religionsverständnis Fichtes und Hegels (einschließlich seines Religionsbegriffs und seines Entwurfs einer absoluten Religion aus seinen späten Vorlesungen über die Philosophie der Religion von 1821–1831). Des Weiteren sollen die maßgeblichen Vertreter der Religionskritik des 19. Jhs. vorgestellt und kritisch beurteilt werden, und zwar die religionskritischen Positionen von Ludwig Feuerbach, Karl Marx und Friedrich Nietzsche. Im letzten Teil dieser Vorlesung soll möglichst noch ein kursorischer Überblick über einige Strömungen der Religionsphilosophie des 20. Jhs vermittelt werden.)

Literatur

  • Jürgen Habermas, Auch eine Geschichte der Philosophie, Band 2, Vernünftige Freiheit. Spuren des Diskurses über Glauben und Wissen, Frankfurt 2019.
Zur Einführung in die Religionsphilosophie
  • W. Weischedel, Der Gott der Philosophen. Grundlegung einer Philosophischen Theologie im Zeitalter des Nihilismus, München 1975, Bd. 1: Wesen, Aufstieg und Verfall der Philosophischen Theologie, § 5: Philosophieren als radikales Fragen, insb. 4.: Das radikale Fragen als Wurzel der Metaphysik;
  • J. Halfwassen, Metaphysik als Denken des Ganzen und des Einen im antiken Platonismus und im deutschen Idealismus, in: H. Gebhardt/H. Kiesel (Hgg.), „Weltbilder“, Heidelberg 2004, 263–283;
  • L. Honnefelder/G. Krieger (Hg.): Philosophische Propädeutik, Band 1: Sprache und Erkenntnis, Paderborn / München / Wien / Zürich 1994, 13–52;
  • Die Deutschen Bischöfe (Hg.): Das Studium der Philosophie im Theologiestudium, Bonn 1983;
  • R. Schaeffler: Art. Philosophie, in: Sacramentum mundi, Bd. 3 (1969), Spp. 1164–1194.
  • Richard Schaeffler, Religionsphilosophie, Freiburg 2002, 3. Aufl.;
  • Friedo Ricken, Religionsphilosophie, Stuttgart 2003;
  • W. Oelmüller/R. Dölle-Oelmüller, Grundkurs Religionsphilosophie, München 1997.
Zum Religionsbegriff und seiner Geschichte
  • Ernst Feil: Religio. Die Geschichte eines neuzeitlichen Grundbegriffs vom Frühchristentum bis zur Reformation (Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte, Bd. 36), Göttingen 1986;
  • ders., Art. Religion im Historischen Wörterbuch der Philosophie, Bd. 8, Basel 1992, Spp. 632–727;
  • ders., Religio, 2. Band, Die Geschichte eines neuzeitlichen Grundbegriffs zwischen Reformation und Rationalismus (ca. 1540–1620) (Forsch. zur Kirchen- und Dogmengeschichte, Bd. 70), Göttingen 1997;
  • ders., Religio 3. Band, Die Geschichte eines neuzeitlichen Grundbegriffs im 17. und frühen 18. Jh. (Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte, Bd. 79), Göttingen 2001;
  • ders., Religio 4. Band: Die Geschichte eines neuzeitlichen Grundbegriffs im 18. und frühen 19. Jh. (Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte, Bd. 91), Göttingen 2007;
  • M. Enders: Endlichkeit und Einheit. Zum Verständnis von Religion im Anschluss an Hermann Schrödters Begriff von Religion, in: Tobias Müller/Thomas M. Schmidt/ (Hg.), Was ist Religion? Beiträge zur aktuellen Debatte um den Religionsbegriff, Paderborn/München/Wien/Zürich 2013, 125–155.
Zur Religionsphilosophie Kants
  • W. Weischedel, Der Gott der Philosophen. Grundlegung einer Philosophischen Theologie im Zeitalter des Nihilismus, München 1975, Bd. 1, Erster Teil, 5. Kapitel, S. 191–213;
  • R. Wimmer, Kants kritische Religionsphilosophie (Kantstudien, Ergänzungshefte 124), Berlin 1990.

 

Zusätzlich zu dieser Vorlesung müssen Theologiestudierende (je nach Prüfungsordnung) auch eine Philosophie-Vorlesung des Philosophischen Seminars im WS 2020/2021 belegen. Zur Auswahl steht hierfür die Vorlesung von PD Fausto Fraisopi „Die Idee einer ersten Philosophie“ (Mo 14–16 Uhr) oder die Vorlesung von PD Dr. Jorge Uscatescu Barron „Das Gute als metaphysisches Problem im Ausgang von Aristoteles“ (Di 18-20 Uhr).

 

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