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Nachruf Prof. i.R. Dr. Peter Walter

Die Theologische Fakultät
der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau trauert um


Professor Dr. Peter Walter


Professor i.R. für Dogmatik und Leiter des Arbeitsbereichs
Quellenkunde der Theologie des Mittelalters


* 4. April 1950 † 21. August 2019


In der Nacht vom 20. zum 21. August 2019 verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit im 70. Lebensjahr mit Peter Walter „einer der profiliertesten und über die Grenzen seines Faches hinaus bekannten katholischen Theologen und Vertreter der dogmatischen Theologie“ (Walter Kardinal Kasper). Schon während seiner Schulzeit am Stefan-George-Gymnasium in Bingen beschäftigte er sich intensiv mit den großen Fragen nach Leben und Tod. Seine Sehnsucht nach dem Geheimnis, das wir Gott nennen, brachte ihn dazu, 1968 in Mainz mit dem Philosophie- und Theologiestudium zu beginnen, das er als Alumne des Collegium Germanicum et Hungaricum an der Päpstlichen Universität Gregoriana fortsetzte und 1976 mit dem Theologischen Lizentiat abschloss. Bereits 1975 wurde Peter Walter in Rom von Kardinal Hermann Volk zum Priester geweiht. Die ewige Stadt blieb für ihn ein Sehnsuchtsort.
 

Nach der theologischen Promotion kam Walter 1980 als Kaplan nach Seligenstadt/Hess., das er ein Jahr später Richtung Mainz verließ, um zunächst Kardinal Volk und dann Bischof Karl Lehmann als Sekretär zur Seite zu stehen. Seine nächste Station war Tübingen. Dort wirkte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Walter Kasper, dessen Professur er nach Kaspers Ernennung zum Bischof ein Jahr lang vertrat.


1990 wurde Walter zum Ordinarius für Dogmatik in Freiburg i.Br. berufen, wo er bis zum Eintritt in den Ruhestand 2015 zugleich den Arbeitsbereich Quellenkunde der Theologie des Mittelalters leitete. Besonderer bleibender Forschungsschwerpunkt war Erasmus von Rotterdam, dem bereits seine Habilitationsschrift gewidmet war. Der Humanist wurde zu einer Inspirationsquelle seines theologischen Schaffens. Zusätzlich zu seinen Dienstverpflichtungen arbeitete Walter als Mitherausgeber der 3. Auflage des Lexikons für Theologie und Kirche. Von 1990 an war er Mitglied des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen. Die ökumenische Forschung bildete einen Schwerpunkt seines Arbeitens. Von 2002 bis 2015 vertrat er die katholische Theologie in der Kammer für Theologie der Evangelischen Kirche in Deutschland; von 2001 bis 2016 wirkte er als Berater der Kommission für Glaubensfragen der Deutschen Bischofskonferenz. Aus Dankbarkeit für die eigene Förderung begleitete Walter mehr als zwanzig Jahre lang als Vertrauensdozent der Studienstiftung des deutschen Volkes begabte junge Menschen. Von 2002 bis 2006 war er Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Dogmatiker und Fundamentaltheologen des deutschen Sprachraums. Die Verbindung zu seiner Herkunftsregion kam zum Tragen als Präsident der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte (2005–2017). Aufgrund seiner Erasmus-Studien verlagerte sich sein theologiehistorischer Forschungs-schwerpunkt immer mehr auf die frühe Neuzeit. Seinen institutionellen Ausdruck fand dies im Vorsitz der Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum (seit 2004).
 

Walter blieb immer auch Seelsorger, bis 2001 in March-Neuershausen, nach seinem Umzug nach Freiburg in den Pfarreien der Wiehre, darüber hinaus seit 2006 bei den Elisabethschwestern in der Dreisamstraße. Seine priesterliche Berufung realisierte sich auch in seiner Tätigkeit als Präfekt der Freiburger Universitätskirche. Walter lag die Förderung der Studierenden und des wissenschaftlichen Nachwuchses sehr am Herzen. Seine ungewöhnliche menschliche Ausstrahlung, seine Lebensfreude und sein hohes christliches Ethos prägten alle Menschen, die mit ihm zu tun hatten.


Die Theologische Fakultät bleibt ihm in christlicher Auferstehungshoffnung und dankbarem Gedenkenverbunden.


Prof. Dr. Karl-Heinz Braun                                                   Prof. Dr. Karlheinz Ruhstorfer
Dekan der Theologischen Fakultät                                       Ordinarius für Dogmatik


In St. Johann in Freiburg findet am Dienstag, den 27. August, um 17 Uhr ein Gedenkgottesdienst statt. Beerdigt wird Peter Walter am Freitag, den 30. August, um 11 Uhr in seiner Heimat Bingen-Büdesheim, Kirche St. Aureus und Justina.

 

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